Abwärme für Hamburg

Wir versorgen unsere Hamburger Kundinnen und Kunden in der östlichen HafenCity, in Rothenburgsort und auf der Veddel mit industrieller Abwärme von Aurubis.
  • Pufferspeicher
  • Düker Nahwärmeleitung für den Transport industrieller Abwärme zur HafenCity und Rothenburgsort
  • Durch die Nutzung eines alten Lagerhauses als Heizzentrale wird das Stadtbild der östlichen HafenCity nur durch die Schornsteinanlage verändert.
  • Ein mit Biomethan betriebenes BHKW ist Teil des Konzepts zur Wärmeversorgung der östlichen HafenCity.
  • Zukunftssichere Industriewärme für Rothenburgsort, Blick in den Rohrgraben auf Dehnungskurven
Infos zum Projekt
  • Thermische Leistung: 47.000 kW
  • Elektrische Leistung: 1.500 kW
  • Branchen: Gewerbe/Industrie, Wohnungswirtschaft
  • Einsatzenergien: Abwärme, Biomethan, Erdgas
  • Technologien: Übergabestation, BHKW, Kessel, Wärmenetz

Unser Versorgungsgebiet

Unser Versorgungsgebiet umfasst Bereiche nördlich und südlich der Elbe in Herzen Hamburgs. Aktuell versorgen wir Kundinnen und Kunden in der östliche HafenCity,  Rothenburgsort und auf der Peute. Durch den kontinuierlichen Ausbau unseres Fernwärmenetzes erweitern wir unser Versorgungsgebiet fortlaufen um weitere Quartiere und Kundenstandorte.

Aktuell verfügt unser Hamburger Wärmenetz über eine Trassenlänge von 12.000 Metern.

Östliche HafenCity

Im Rahmen eines europaweiten Wettbewerbsverfahren wurde uns die Wärmeversorgung der östlichen HafenCity übertragen. Damit fiel der Startschuss unser Wärmenetzes nördlich und südlich der Elbe. Zugleich wurden wir Teil eines europäischen Stadtentwicklungsprojektes mit Vorbildcharakter. Aus einem ehemaligen Hafenareal entsteht bis 2030 Schritt für Schritt ein attraktives und lebenswertes Stadtquartier, das mit jedem neuen Gebäude weiter wächst.

Die besondere Herausforderung stellte dabei der kontinuierlich steigende Wärmebedarf da. Unser Konzept zum Aufbau der dezentralen Wärmeversorgung ermöglicht eine flexible Erschließung der östlichen HafenCity, die sich der baulichen Entwicklung des neuen Stadtteils optimal anpasst.

Die anfängliche Wärmeversorgung mit einem mobilen holzpelletbetriebenen Heizcontainer wurde später durch eine Energiezentrale in einer ehemaligen Güterhalle ersetzt. Das Kernstück dieser Energiezentrale im Oberhafen ist ein mit Biomethan betriebenes BHKW.

Seit 2018 beziehen wir Industriewärme von Aurubis. Für den Transport der Wärme nach HafenCity bauten wir eine 2.700 Meter lange Leitung. Die Leitungsbauarbeiten stellten sich aufgrund des Hafengebiets als sehr komplex dar. So durchquert die Leitung mittels Düker (Unterwasserrohre) den Peute- und den Marktkanal. Außerdem wurde die Leitung unter der hundertjährigen Norderelbbrücke verlegt.

Rothenburgsort

Mit rund 6.000 Wohnungen leben in dem Hamburger Stadtteil bereits heute mehr als 9.000 Menschen. Rothenburgsort liegt in direkter Nachbarschaft zur östlichen HafenCity. Das dortige Wärmenetz erweiterten wir nach Rothenburgsort und beliefern seit 2020 auch dort Kunden.

Durch Nutzung unserer Industriewärme anstelle ihrer alten Wärmeversorgung erfüllen Gebäudeeigentümer nicht nur die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes, sondern auch die ambitionierten Vorgaben des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes hinsichtlich des Einsatzes von erneuerbaren Energien für die Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden. 

Auf der Veddel

Auf der Veddel ist Standort des Multimetallproduzent Aurubis und unsere Energiezentrale "Georgswerder Damm".  Von hier startet die Verbindungsleitung über die Elbe zur östlichen HafenCity und Rothenburgsort. Bereits heute versorgen wir hier erste Kunden. Weitere 2.000 Wohnungen folgen in den nächsten Jahren. Hierfür starten die Bauarbeiten zur Netzerweiterung im Herbst 2026. Erste Wärmelieferungen sind Ende 2027 vorgesehen, die Fertigstellung der rund 1,7 Kilometer langen Hauptversorgungsleitungen erfolgt bis Ende 2028. 

Wärme mit geringen CO2-Emissionskennzahlen

In der östlichen HafenCity garantieren wir vertraglich für die an die Kundinnen und Kunden gelieferte Wärme eine maximale CO2-Emissionskennzahl von 70 Gramm pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Der Energieträger Erdgas verursacht gemäß Anlage 9 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) 240 Gramm pro Kilowattstunde.

Natürlich bieten wir diese Konditionen auch alle unseren anderen Kunden im selben Versorgungsgebiet an.

Industriewärme

Die Industriewärme stammt aus einem chemischen Nebenprozess der Kupfererzeugung von Aurubis. Die Nutzung dieser Abwärme führt zu einer Reduzierung von mehreren Tonnen CO2 im Jahr.

Mithilfe von Pufferspeichern und Wärmeerzeugern gleichen wir die produktionsbedingt starken Schwankungen der Industriewärme aus. Bei geplantem oder ungeplantem Ausfall stellt die „Energiezentrale Georgswerder Damm“ zusammen mit der „Energiezentrale Oberhafen“ die Wärmeversorgung unserer Kunden jederzeit sicher. Über die „Energiezentrale Peute“ wird die Wärme aber nicht nur abgesichert. Hier kommt auch das abgekühlte, nur noch 50 bis 60 Grad Celsius warme Rücklaufwasser unserer Kunden wieder an und wird in einem Kreislauf zurück an Aurubis geschickt. Dort wird es dann erneut erhitzt und der Kreislauf schließt sich.

EFRE fördert Energiezentrale Peute

Der EFRE stellt Hamburg für die Förderperiode von 2014 bis 2020 rund 55 Mio. Euro zur Verfügung, um Investitionen in Wachstum und Beschäftigung zu stärken. Die BUE setzt davon rund 24 Mio. Euro für die Förderung von Projekten in Hamburg ein. Gefördert werden Unternehmen, die die Energieeffizienz steigern und sich aktiv in der Energiewende einbringen. Weitere Informationen finden Sie unter www.hamburg.de/energieflexibel und www.hamburg.de/efre.

Die bei der Errichtung der „Energiezentrale Georgswerder Damm“ anfallenden förderfähigen Kosten werden in Höhe von rund 40 Prozent übernommen, der Zuschuss kann bis zu einem Betrag von maximal rund 2,9 Millionen Euro abgerufen werden.

Aufgrund der überwiegenden Nutzung industrieller Abwärme von Aurubis ist die Wärme nahezu frei von Kohlendioxid. Sie hat daher einen attraktiven Primärenergiefaktor von 0,22 und einen Emissionsfaktor von 0 g CO2/kWh.

Mit der Auszeichnung würdigt die Deutsche-Energie-Agentur (dena) die Erschließung von industrieller Abwärmepotenziale unter dem Einsatz besonders innovativer oder wirtschaftlicher Technologien.

Sascha Brandt
Sascha BrandtLeitung - Vertrieb Nord